 |

Ausstellung in der Hauptstelle der Sparkasse Münsterland Ost in Warendorf
Unter dem Motto „Wir schaffen uns Räume. Wir erfüllen uns Träume!“ ist für eine Woche (bis zum 3. April) eine Ausstellung in der Sparkasse Warendorf zu sehen. 28 Vereine aus dem Kreis Warendorf hat die Akademie Ehrenamt dabei in Wort und Bild in Szene gesetzt. Portraitiert werden Räumlichkeiten, die ehrenamtlich erhalten, ge-schaffen und genutzt werden. „Das reicht von der Lagerhalle für Hilfslieferungen in Krisengebiete bis zur denkmalgeschützten Windmühle“, beschreibt der Vorsitzende der Akademie Ehrenamt, Franz Ludwig Blömker, das breite Spektrum. Räume der Erinnerung wie Gedächtnisstätten, Häuser für Kunst und Theater oder Freizeiträume, z.B. Radwege, Spielfelder oder Freibäder, gehörten zu den Projekten, mit denen sich 78 Vereine und Initiativen aus dem Kreis Warendorf um den Ehrenamtspreis 2008 beworben hatten. Gestiftet wurde dieser Preis zum dritten Mal von den Spar-kassen im Kreis Warendorf. Heiner Friemann, Mitglied des Vorstandes der Sparkas-se Münsterland Ost, ist begeistert: „Die Ausstellung zeigt anschaulich und beispiel-haft das große ehrenamtliche Engagement vor Ort und motiviert zum Nachahmen.“ Aus Warendorf sind gleich vier Vereine darin vertreten, und zwar die „Aktion Kleiner Prinz“, die Gemeinschaft der Warendorfer Bogengemeinschaften, die Heimatfreunde Dorf Hoetmar e.V. mit der Alten Stellmacherei und der Verein Theater am Wall e.V., der mit dem zweiten Preis beim Ehrenamtspreis 2008 ausgezeichnet wurde.
Begleitend zur Ausstellung haben die Initiatoren ein farbiges Plakat herausgegeben, das kostenlos erworben werden kann.
Zu den Beispielen aus Warendorf , die in der Ausstellung gezeigt werden:
Aktion Kleiner Prinz - Warendorf
Ein Lagerraum für Wünsche und Träume?
Auch eine einfache Lagerhalle kann Wünsche und Träume erfüllen. Wenn sich die großen Hilfstransporte nach Rumänien zur Abfahrt bereit machen, dann füllt sich langsam der seit 2007 von der Aktion Kleiner Prinz – Internationale Hilfe für Kinder in Not e.V. - angemietete Raum. Und wenn Kinder aus dem Kreis Warendorf Anfang Dezember ihre Weihnachtspäckchen abgeben, warten dort schließlich hunderttau-send Geschenke auf die Bescherung in Rumänien. Zu anderer Zeit wird die Halle auch als Theater für Kinder oder für Trödelmärkte genutzt. 2007 war der Erlös für den Bau einer Schule in Afghanistan bestimmt. Und 2008 versorgte man damit eine abgelegene Klinik in den Gebirgsregionen im Norden Afghanistans mit dringend notwendigen Medikamenten und Kinder in einem Flüchtlingslager mit warmer Klei-dung und Lebensmitteln.
„Du bist zeitlebens für das verantwortlich, das du dir vertraut gemacht hast.“
Gemäß diesem Motto des kleinen Prinzen aus Saint- Exupérys gleichnamigem Buch engagiert sich der Warendorfer Verein seit 15 Jahren für Kinder in Not, z. B. mit dem Bau von Krankenhäusern, Kindergärten, Zentren für Straßenkinder und Behinderte, einem Waisenhaus, einer Schule, aber auch mit warmer Kleidung und Medikamenten – in Rumänien, Bosnien-Herzegowina, Indien, Afghanistan, Kaschmir, Kongo, Nami-bia und auch in Deutschland.
Warendorfer Bogengemeinschaften / Mariä-Himmelfahrts-Bögen: Räume der Tradition und Faszination
Mit neun straßenüberspannenden und blumengeschmückten Bögen werden jedes Jahr im August in der Warendorfer Innenstadt festliche Räume geschaffen. Was vor 250 Jahren als christliches Fest zur Ehrung der Gottesmutter mit Blumengirlanden und Kränzen aus frischem Grün begann, erhalten die Warendorfer Nachbarschaften bis heute: die Warendorfer Bögen zu „Mariä Himmelfahrt“. Am Abend vor der gro-ßen Stadtprozession, die mit dem Warendorfer Gnadenbild unter den Bögen her-zieht, wird die gesamte elektrische Beleuchtung in der Altstadt ausgeschaltet. Und wenn dann im dezenten Licht der Bungen und Lampions die einzigartigen Bögen in eigenem Licht erstrahlen, zieht es zahlreiche Menschen in die Stadt, um diese faszi-nierende Stimmung zu erleben.
Diese Bögen verbinden bis heute traditionelle Frömmigkeit mit gelebter Nachbar-schaft. Jahr für Jahr betreuen und errichten insgesamt acht Nachbarschaften diese Bögen – Freckenhorster Straße, Heumarkt, Königstraße, Lüningerstraße, Markt, Münsterstraße, Oststraße, Obere Brünebrede und Untere Brünebrede. Sie sind ein-getragene gemeinnützige Vereine, die ehrenamtlich die Bögen aufbauen und warten sowie über das Marienfest hinaus die eigene Nachbarschaft pflegen und zusammen-halten.
Alte Stellmacherei - Hoetmar
Noch immer füllt der Duft von Holz und Leim den Raum…
Seit 1900 baute und reparierte die Familie Lechteneuer in ihrer Stellmacherei in Hoetmar über zwei Generationen Kutschen und Wagen und auch die passenden Räder dazu. Hergestellt wurden auch spezielle Gefährte: neben Ackerwagen auch zweirädrige Wagen und Dogcarts (englische Hundewagen).
Um diese alte Stellmacherei an der Lindenstraße, die in der Zwischenzeit lange aus-gedient hatte, zu erhalten, erwarben die Heimatfreunde Dorf Hoetmar e.V. 1999 das Anwesen. In mehrjähriger Arbeit wurde es komplett restauriert. Auch die Maschinen und das Außengatter wurden aufwändig instand gesetzt. Seit 2003 ist die Stellma-cherei wieder geöffnet. Die Heimatfreunde organisieren regelmäßig Besichtigungen und erläutern an den Tagen der offenen Tür die alten Maschinen zur Holzverarbei-tung und zum Pferdewagenbau. Zum 10-jährigen Geburtstag in diesem Jahr sind zahlreiche kulturelle Veranstaltungen rund ums Haus geplant.
Theater am Wall, Warendorf – 2. Preisträger
Ein Warendorfer Kulturraum...
Ursprünglich 1950 von Theodor Sparenberg als Lichtspielhaus erbaut, ist das Thea-ter am Wall mit seinen beiden Spielstätten, dem Paul-Schallück-Saal (437 Plätze) und dem Dachtheater (99 Plätze), heute der zentrale kulturelle Veranstaltungsort in Warendorf. Nach seiner vollständigen Renovierung von 1999 bis 2004 ist es nun ein modernes Bespieltheater mit den Sparten Schauspiel, Kleinkunst, Kabarett, Musik und Tanz. Der ursprünglichen Tradition verpflichtet, wird es aber auch als Pro-grammkino mit dem Flair der 50er Jahre genutzt. Im 1999 erbauten Dachtheater fin-den Jazzkonzerte, Kleinkunst und Amateurtheater statt. Die umfangreiche technische Ausstattung ermöglicht auch den Warendorfer Amateurtheatergruppen professionelle Proben- und Aufführungsmöglichkeiten.
1990 hatte die Stadt Warendorf das gesamte Ensemble gekauft, sah sich dann aber wegen sinkender Zuschauerzahlen gezwungen, das Haus zu schließen. Eigens zum Erhalt und zur Weiterentwicklung des Theaters gründete sich daraufhin 1996 derVerein Theater am Wall, der seitdem durch finanzielles Engagement und durch prak-tisches Handeln Kulturarbeit in Warendorf leistet. Ca. 50 Vereinsmitglieder machen heute das Programm, den gesamten Zuschauerservice, die Betreuung der Künstle-rinnen und Künstler.
|
|